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Renner, Andreas

Russische Autokratie und europäische Medizin

Organisierter Wissenstransfer im 18. Jahrhundert

Medizin, Gesellschaft und Geschichte – Beihefte
Band 34

1. Auflage 2010.
ISBN 978-3-515-09640-9

Kurztext

Warum haben alle russischen Zaren im 18. Jahrhundert erheblichen Aufwand betrieben, um Ärzte von westeuropäischen Universitäten abzuwerben und im eigenen Land eine entsprechende Medizinerausbildung einzurichten? Sicherlich war das fremde Wissen teuer und seine therapeutische Überlegenheit fragwürdig – doch es half beim Aufbau einer Medizinalverwaltung, in der Standardisierung der Militärmedizin, in der Erziehung der Untertanen.
Wie tief wirkte aber die neue Medizin tatsächlich in Kultur und Gesellschaft? Anhand von Fallstudien zu Krankheiten, Natur- und Körpervorstellungen lässt sich zeigen, dass zumindest in der Elite die säkulare, "westliche" Medizin Zuspruch fand, wenn sie auch die überkommene Heilkunde nicht verdrängte. Der medizinische Wissenstransfer war nicht die natürliche Ausbreitung eines überlegenen Wissens, sondern ein vielschichtiger Rezeptionsprozess – auf der politischen Ebene wie auf der persönlichen.

Rezensionen

Ute Caumanns, Osteuropa 63, 2013/9

373 S., 9 s/w Tab.
Kartoniert

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