Titel

Friedrich, Christoph (Bandhrsg.) / Müller-Jahncke, Wolf-Dieter (Bandhrsg.)

Gifte und Gegengifte in Vergangenheit und Gegenwart

Die Vorträge der Pharmaziehistorischen Biennale in Mülheim an der Ruhr vom 23.–25. April 2010

Veröffentlichungen zur Pharmaziegeschichte
Band 10

ISBN 978-3-8047-3064-9

EUR 26,00
Preise jeweils
inklusive MwSt.

Abstract

Mit dem Thema Gifte und Vergiftungen in Vergangenheit und Gegenwart hat die Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie in ihrer 2010 in Mülheim veranstalteten Biennale ein Thema aufgegriffen, das in der Pharmaziehistoriographie bisher eine immer nur sehr knappe und sporadische Berücksichtigung erfahren hat. Obwohl spätestens seit Paracelsus bekannt ist, dass Arzneimittel bei nicht sachgemäßer Anwendung auch Gifte sein können, und obwohl Gegengifte, Antidota, seit der Antike im Arzneischatz eine wichtige Rolle spielen, behandelt der vorliegende Tagungsband erstmalig das Thema aus pharmaziehistorischer Sicht, wobei durch die Darstellung zahlreicher Facetten zugleich gezeigt werden soll, welche umfangreichen Beiträge Apotheker zu diesem Gebiet zu leisten vermochten.

Neben terminologischen Erläuterungen zum Begriff Gift werden Antidota und Gifte in den unterschiedlichen Jahrhunderten behandelt. Zwei Vortragende stellen Verfasser toxikologischer Werke und Lehrer der Toxikologie darunter auch einige Apotheker in den Mittelpunkt ihrer Studien. Ein Beitrag schildert Giftmorde als toxikologisch-forensische Herausforderung. Die Untersuchung von Arzneimittelintoxikationen und die Arbeit toxikologischer Auskunftsdienste waren lange Zeit originäre pharmazeutische Aufgaben, die in zwei Vorträgen behandelt wurden, wobei die Arbeitsweise der toxikologischen Auskunftsdienste in beiden deutschen Staaten verglichen und damit zugleich ein Stück deutsch-deutscher Geschichte vorgestellt wird.

Die Teilnehmer der Tagung konnten ein vielfältiges Programm erleben, für manchen ist es deshalb sicher verlockend, die zum Teil leicht erweiterten Druckfassungen der Vorträge noch einmal nachzulesen. Dies gilt aber insbesondere für diejenigen, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnten.

2012. 256 S., 30 s/w Abb.
Kartoniert

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

Über die Autoren

Autoren

Prof. Dr. Christoph Friedrich

1974-1979 Studium der Pharmazie an der Universität Greifswald, Abschluss als Diplompharmazeut 1979-1983 postgraduales Studium der Geschichtswissenschaft, Abschluss als Diplomhistoriker 1983 Promotion zum Dr. rer. nat. mit einer universitätsgeschichtlichen Arbeit Habilitation für Geschichte der Pharmazie 1990 venia legendi für Medizingeschichte 1992 Ernennung zum Professor für Geschichte der Pharmazie an der Universität Greifswald seit 2000 Direktor des Institutes für Geschichte der Pharmazie Marburg seit 2004 Dekan des Fachbereiches Pharmazie der Universität Marburg

[Von Prof. Dr. Christoph Friedrich erschienene Publikationen]

Prof. Dr. Wolf-Dieter Müller-Jahncke

Jahrgang 1944, Approbation zum Apotheker 1970, Promotion im Fach Pharmaziegeschichte in Marburg 1973, Habilitation ebendort 1982. Seit 1978 Inhaber der Privilegierten Apotheke Kirchen/Sieg. Honorarprofessor für Pharmaziegeschichte an der Universität Heidelberg seit 1988, von 1986 bis 1997 Kurator des Deutschen Apotheken-Museums, seit 1997 Direktor des Hermann-Schelenz-Instituts für Pharmazie- und Kulturgeschichte in Heidelberg e.V.; seit 2000 Präsident der Académie Internationale d' Histoire de la Pharmacie. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Außenseitertherapie, zur Astrologie- und Magiegeschichte der frühen Neuzeit und zur Pharmaziegeschichte.

[Von Prof. Dr. Wolf-Dieter Müller-Jahncke erschienene Publikationen]