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Pröll, Simon

Raumvariation zwischen Muster und Zufall

Geostatistische Analysen am Beispiel des Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben

Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik – Beihefte (ZDL-B)
Band 160

ISBN 978-3-515-11055-6

EUR 42,00
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inklusive MwSt.

Abstract

Variationslinguistik ist – kurz gesagt – die Suche nach Mustern im Chaos, nach Regelmäßigkeiten in sprachlichen Daten. Diese Arbeit zeigt, was eine stochastische Herangehensweise diesbezüglich leisten kann: Sie ermöglicht die Erfassung komplexer räumlicher Eigenschaften in Form von anschaulich interpretierbaren, objektiviert vergleichbaren Werten sowie die Anbindung an etablierte statistische Standardverfahren.

In exemplarischer Anwendung auf das Material des Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben werden Zusammenhänge und Unterschiede zwischen einzelnen sprachlichen Systemteilen (Wortschatz, Lautung, Formen) in bislang unerreichter Transparenz sichtbar. Dabei bestätigt sich die Vermutung, dass das klassische Konzept der „Dialekteinteilung" zu undifferenziert ist.

Die Übertragung von Konzepten der Unschärfe auf Zusammenhänge innerhalb und zwischen Varietäten sowie die Visualisierung latenter Strukturen, die scheinbar homogenen Daten zugrunde liegen, führen vor Augen, wie fragil und komplex in der geografischen Sprachvariation das Zusammenwirken von Regularität und Irregularität sein kann.

Die Arbeit wurde mit dem Förderpreis des Bezirks Schwaben 2014 ausgezeichnet.

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2015. 215 S., 78 s/w Abb., 22 farb. Abb., 13 s/w Tab.
Kartoniert

Franz Steiner Verlag

Über den Autor

Autoren

Simon Pröll

Nach dem Studium (Deutsche Sprachwissenschaft / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft / Psychologie an den Universitäten Augsburg und Oslo) wissenschaftlicher Mitarbeiter im interdisziplinären (linguistisch/mathematischen) DFG-Projekt Neue Dialektometrie mit Methoden der stochastischen Bildanalyse (Universitäten Augsburg und Ulm). Promotion im Frühjahr 2014 mit einer Arbeit zur Anwendung dieser Methoden auf die Dialektlandschaft Bayerisch-Schwabens. Die Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Bezirks Schwaben.

Seit Oktober 2014 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig.

Forschungsschwerpunkte: allgemeine Prozesse des Sprachwandels durch Simulationen, die Typologie germanischer Sprachen und Dialekte sowie methodologische Fragen der Variationslinguistik.

[Von Simon Pröll erschienene Publikationen]

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