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Conrath, Karl

Pharmazeutische Wissenswelten

Lexika der Pharmazie des ‚langen‘ 19. Jahrhunderts als Spiegelbild eines Wandels von der ‚techne‘ zur ‚scientia‘

Quellen und Studien zur Geschichte der Pharmazie
Band 110

2017.
ISBN 978-3-8047-3662-7

Kurztext

Lexika polarisieren: „Das Wörterbuch gehört in die Hand jeder Magd“ forderte W. I. Lenin und hob damit dessen absolut konkurrenzlose Universalität hervor. Ganz anders der Kulturphilosoph Georg Picht, der das Alphabet „das primitivste Ordnungsschema“ schlechthin nannte, das „zu einer mörderischen Deformation des Wissens“ führe. In der Tat unterscheiden sich Lexika von anderen fachliterarischen Formen, etwa Handbüchern, Lehrbüchern, Periodika oder Monographien, durch ihren hohen Formalisierungsgrad und stellen damit die weitaus abstrakteste Form von Gebrauchsliteratur dar.

Die vorliegende Studie richtet den Blick erstmals auf pharmazeutische Lexika als buchhistorischen Untersuchungsgegenstand und führt diese einer systematischen, vielteiligen Analyse zu. Als Substrat dienen dabei fünf Werke des 'langen' 19. Jahrhunderts, zu deren Autoren bekannte Forscherpersönlichkeiten wie Samuel Hahnemann und Johann Bartholomäus Trommsdorff gehören, aber auch weniger bekannte Fachschriftsteller wie Ewald Geissler, Joseph Moeller, August Brestowski oder Max von Waldheim – ihnen sind ausführliche biographische Kapitel gewidmet.

Die Analyse dieser Druckwerke erfolgt auf der Grundlage einer entwickelten Untersuchungsmatrix, welche die Lexika aus ideengeschichtlicher, sozialgeschichtlicher sowie linguistischstrukturalistischer Perspektive betrachtet. Erst dieser hochauflösende, differenzierte Blick auf die Werke erlaubt eine Beschreibung des formalen wie inhaltlichen Entwicklungsprozesses, den diese durchlaufen – erhellt aber zugleich einen wissenschaftshistorisch noch grundlegenderen Aspekt von Fachprosa: In der chronologischen Folge ihres Erscheinens spiegeln Lexika der Pharmazie den Wandel von der traditionellen Handwerkskunst zum wissenschaftlichen Hochschulfach wider – den sie ihrerseits zudem aktiv mitprägten – und avancieren damit zu einem wichtigen Teil der Disziplingenese des 19. Jahrhunderts.

Aus dem Inhalt:
Einleitende Hauptkapitel:
Handbuch – Lehrbuch – Periodikum: Historische Grundlagen fachliterarischen Schrifttums
Wörterbuch – Lexikon – Enzyklopädie:
Zur Taxonomie lexikographischer Nachschlagewerke
Hauptkapitel
'Apothekerlexikon' (Hahnemann) – 'Die Apothekerkunst in ihrem ganzen Umfange'
(Trommsdorff) – 'Real-Encyclopädie der gesammten Pharmacie' (Geissler / Moeller) –
'Handwörterbuch der Pharmacie' (Brestowski) – ?Pharmaceutisches Lexicon' (von
Waldheim)
Anhang: Bibliographie pharmazeutischer Fachlexika

670 S., 29 s/w Abb.
Kartoniert

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